Spielend mit der Stimme Geld machen (Lektion 2: Der brechende Künstler und Lego CEO)

Geschäftsaufbau als Stimmschauspieler - Lektion 1: Der brechende Künstler und Lego CEO

Kurze Wiederholung: In Lektion 1 hast du gelernt, dass dein Universum die geistige Grundlage deines Unternehmens ist. Es ist dein Platz, der alle Elemente umfasst, die du dir vorstellen kannst und sie wahr werden lässt. Als Unternehmer bist du zunächst der Schöpfer und später der Manager deines Geschäfts.

Außerdem habe ich das Warum-Element als „Sicherheitsnetz“ eingeführt, das sich im Keller deines Universums befindet. Wenn du dich schwach fühlst und nicht in der Lage bist, weiterzumachen, dann ist dein Warum der letzte stehende Soldat, der dir den Rücken frei hält und dich rettet. Klingt das nach gesundem Menschenverstand für dich? Gut. Ich halte die ersten Lektionen absichtlich einfach, weil Dinge auch ohne großes Zutun leicht kompliziert werden - genau wie dein Zimmer chaotisch wird, ohne das du viel dafür tust.

Hier ist Lektion 2: Ein weiteres grundlegendes, nicht-chaotisches, aber entscheidendes Element, das du im Auge haben solltest.

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Zwei Bereiche: Arbeiten und Verwalten

Der Hauptunterschied zwischen dir und einem Künstler, der in einem staatlich-geförderten Ensemble (als Angestellter) arbeitet, ist rein formell. Du sendest Rechnungen, vermarktest deine Produkte und Dienstleistungen, verwaltest Kunden, gibst den kreativen Prozess vor, bezahlst Profis, die dir mit der Bürokratie helfen können und entscheidest, wie langsam du mit deinem Geschäft vorangehst oder wie sehr du es antreibst. Du herrschst als König oder Königin über den Weg deines Unternehmens.

Auf diesem Pfad hast du immer zwei Bereiche, in denen du dein kunstgetriebenes Geschäft vorantreiben kannst:

  1. Das Schleifen deiner Fähigkeiten als Künstler und Polieren deiner Kunst selbst.

  2. Das Entwickeln deines Geschäfts, also des Geschäfts selbst, das von dir als Person losgelöst ist, obwohl die Marke deines Unternehmens deinen bürgerlichen Namen tragen kann.

In beiden Bereichen willst du Fortschritte machen. Aber du kannst nicht beides gleichzeitig vorantreiben. Das weißt du auch.

Routinen planen, im Kalender eintragen und tun

Du denkst über den Schüsselrand hinaus. Deshalb ist die Routine als Künstler dein Alptraum. Ist sie es wirklich? Wie viel hast du in deinem Leben erreicht, weil du etwas wiederholt hast? Denk drüber nach. Ich gebe dir hier etwas Zeit.

Ist dir was eingefallen? Super.

Ich habe beobachtet, wie sich deine Augen öffneten, als ein Erlebnis der Vergangenheit in den Gedächtnis donnerte. Bewahre dir dieses klare Bild und verwende es als Referenzpunkt für deine Orientierung und als Auslöser, um Action zu machen. Mit diesem Bild vor deinem Auge vergisst du nicht, dass eine Box durch Wiederholung entsteht, dass eine Box durch Wiederholung entsteht. Nur wenn eine Schachtel da ist, kannst über sie hinaus blicken und denken. Deshalb willst und brauchst du Wiederholung. Getreu dem Motto, das du immer hörst: „Lerne die Regeln zuerst, um sie danach zu brechen“, oder bastel’ dir eine Schachtel und spiel’ dann mit ihr herum.

Wie du etwas aus Routine (oder Gewohnheit) machst

Du wiederholst etwas, wenn es zu deiner Gewohnheit geworden ist. Wie machst du etwas zur Gewohnheit? Du “nutzt deine bestehenden Tagesabläufe”, wie James Clear weiß.

Am schnellsten baust du eine neue Gewohnheit in dein Leben ein, indem du sie auf eine aktuelle Gewohnheit stapelst.

Seine Kurzformel geht so:

Nach oder Vor der [AKTUELLEN GEWOHNHEIT] werde ich diese [NEUE GEWOHNHEIT] tun.

Beispielsweise:

Nachdem ich aufgestanden bin, werde ich 10 Minuten schreiben.“

oder:

Vor dem Mittagessen werde ich einen Spaziergang ums Haus machen.“

Das ist nicht schwer. Es ist wirklich so einfach, dass du dich vielleicht fragst, ob es nicht komplizierter sein sollte. Nein, und freu’ dich drüber. Aber ist es wirklich leicht? Nein. Dein natürlicher Schweinehund, bevor du eine neue Sache beginnst, wird dich blockieren und alles dafür tun, damit du dort bleibst, wo du bist, um „sicher“ zu sein.

Ein Weg, um deinen inneren Zensor auf die falsche Fährte zu locken, liegt darin, ihm zu sagen, dass du der üblichen Routine nachgehen wirst, aber davor oder danach diese eine Sache machst, die „keine große Sache“ und wirklich nicht der Rede wert ist. Da du deine Routine üblicherweise zu einer bestimmten Tageszeit oder an einem bestimmten Wochentag machst, ist das Andocken dieses neuen Dings so einfach wie zwei Legosteine zusammenzustecken. Verbinde erst zwei, dann drei, dann vier und wiederhole das täglich für die nächsten 3 bis 4 Wochen. Dann wird dir das Neue in Fleisch und Blut übergehen, und dein Zensor wird auch nicht mehr meckern, weil er es als neue Routine nun kennt.

Wenn du es „härter“ magst und brutal zu dir sein willst, kannst du auch eine neue Sache ganz von vorne beginnen, ohne einen vorherigen Legostein. Dies würde für dich heißen, dies neue Aktivität im Voraus zu planen, zu terminieren und auszuführen. Auch die Wiederholungen würdest du auf blauen Dunst durchführen, ohne auf eine bestehende Gewohnheit zurückgreifen zu können. Obwohl ich weiß, dass dieser Ansatz schwerer ist, kann ich mir gut vorstellen, dass du davon angetan sein könntest.

Zeit für die Kunst und das Geschäft

Jetzt entscheidest du, welche neue Gewohnheit du einbauen willst. Wie wähle ich eine Gewohnheit? Gute Frage. Da es in dieser Lernreihe um Kunst und Unternehmertum geht (also Voice-acting als Geschäft und künstlerisches Spielen mit der Stimme), würden sich deine Gewohnheiten offensichtlich darum drehen, deine geschäftlichen Ziele zu erreichen und deine Kunst nach vorne zu treiben.

Deine Entscheidung, was du rausposaunst (in deiner Geschäftszeit, vor allem im Marketing)

Du bist kein anrüchiger Verkäufer, wenn dein Unternehmen in der Pflicht steht, deine Kunst kontinuierlich zu verkaufen, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden bei der Stange zu halten. Beginne mit deinem Business-Ziel und gehe von dort die Schritte zurück, bis du Einzelaufgaben aufdeckst, die du einfach ausführen kannst. Das ist ein bisschen wie beim Weitsprung. Erinnerst du dich, als du dort vom Absprungbrett die Schritte zurückgegangen bist?

Wenn dein Ziel im ersten Jahr ist, nur deine Kosten zu decken, dann spüre den Weg vom Ziel zu den Actions auf. Andere Leute haben es vor dir getan, die Lösung liegt also in der Luft. Setze ein paar bewusste Sprünge an, um das Ziel zu packen.

Ein typisches Geschäftsziel ist ein Umsatz von X Euro. Du machst Umsatz durch den Verkauf deiner Kunst. Du verkaufst deine Kunst durch Marketing. Du vermarktest was du tust, indem du darüber sprichst, was du genau machst. Also schreib’ in deinem Blog darüber, was du tust, mindestens einmal die Woche. Direkte Empfehlungen für Themen, über die du schreiben willst, werde ich in zukünftigen Lektionen nennen. Für den Moment konzentrierst du dich am besten mich auf die Veröffentlichung eines neuen Blogposts an einem bestimmten Tag (jede Woche der gleiche). Wiederhole dies, bis du das Ziel erreicht hast. Ein Marketingziel könnte z. B. dann erreicht sein, wenn du in 12 Monaten eintausend neue Menschen in deinem Newsletter willkommen geheißen hast.

Sobald du es durch die harten ersten Jahre geschafft hast, wirst du widerstandsfähiger und stärker. Auch potenziell mehr Menschen wollen dir helfen. Das kann ein Agent sein, den du einstellst (besonders dann, wenn du das Gefühl hast, dein Unternehmen hat sich in der Branche einen Namen gemacht, also in Bezug auf seine Reichweite, seinen Ruf und Umsatz).

Deine Entscheidung, was du übst (in deiner Kunstzeit)

Wenn es ums Voice-acting geht, ist deine Stimme dein Produkt und Service. Vervollkommne es. Es ist dein wichtigstes Werkzeug und Instrument, das in guter Form sein muss (einerseits) und sich an den Markt anpassen muss (andererseits) - aktuell fragt der Markt bspw. nach natürlichem Voice-acting, das einem Gespräch ähnelt. Dabei ist es schlicht ein Nebenprodukt dessen, was Social Media bereits eingeführt hat: Menschen reden wie Menschen mit Menschen im Internet (und nicht wie Fremde, die sich nicht vertrauen).

Als Künstler bist du der Augenöffner für neue Perspektiven im Leben, du brichst zementierte Standpunkte und starre Wege, wie Dinge getan werden, auf. Deine Kunst ist der Weckruf für den Empfänger. Du zerstörst, um zu erschaffen, um zu zerstören und neu zu schaffen. Deine gerade beendete Kreation interessiert niemanden mehr. Sie ist ungültig geworden. Die einzigen Elemente im Leben deines künstlerischen Ausdrucks sind Evolution, Fortschritt und Veränderung. Wenn deine Kunst sich nicht ändert, hast du nicht genug gespielt.

Halte dennoch das Gleichgewicht von Geschäft und Kunst. Zu viel Geschäftszeit bedeutet zu viel Tunnel-Denken, was zum Verlust deiner künstlerischen Substanz und einer „Hauptsache fertig!“-Mentalität führt, die künstlerische Qualität und Wert außen vor lässt. Allerdings gleicht zu viel kunstvolles Spiel zu viel Freiheit, was in keiner Box mündet, die du folglich nicht zerstören und wieder neu schaffen kannst.

Dein Unternehmen kann Erdbeben aushalten

Wenn du eine feste Gewohnheit für Spielzeit hast, in der du deine Stimme und Schauspielkunst trainierst, außerdem „ernsthafte“ Entscheidungen zu gewohnheitsmäßigen Zeiten durchführst (also objektive, zielorientierte und harte Geschäftsentscheidungen), du Intermezzos für deine Gesundheit einbaust, gut isst, dich bewegst, dir Zeit nimmst für Selbstreflexion, in der du dich auch von dem deinem „Business-Biest“ ablöst, und dies alles in eine kompakte, aber wackelige (und damit flexible) Konstruktion zusammenbringst, bist du unter der Woche erstens gut beschäftigt und weißt zweitens genau was du machst.

Zieh los und tu. Häng dich rein in den Kampf für dein Geschäft. Ich erwarte dich dann auf der anderen Seite.

Probier’ direkt am Montag aus, was du hier lernst und schreib’ mir, ob und wie es dir geholfen hat!

Nächste Lektion: Sonntag, 30. Juli 2017

Zuletzt aktualisiert am 29. Juli 2017


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