Spielend mit der Stimme Geld machen (Lektion 1: Das Universum)

Geschäftsaufbau als Stimmschauspieler - Lektion 1: Das Universum

Willkommen du Person, dies ist eine Lernreihe zum Aufbau eines Unternehmens als Stimmschauspieler (Voice actor). Du kannst „Stimmschauspieler“ mit deiner Tätigkeit ersetzen, weil ich allgemeine Konzepte für den Aufbau eines Unternehmens, die auch für deinen Kunstbereich gelten, teilen werde. Allerdings wird Voice-acting als mein praktisches Beispiel dienen, da ich in diesem Bereich aktiv bin.

Mein Name spielt keine Rolle. Meine Marke schon. NAII ist meine Marke. Sag’ „Hallo“ Marke und jetzt sag’ „Hallo“ zur Marke. Die Marke freut sich, dich kennenzulernen. NAII ist die Marke, der Name der Marke ist nicht einfach Marke.

Du bist verwirrt? Gut, weil deine Gehirnflüssigkeit lose sein muss, damit du offen für den folgenden neuen Impuls bist.

Lies weiter, schau' das Video oder hör dir die gesprochene Audio-Version an!

Wie man ein neues Geschäft anfängt

Beginn’ mit dem Universum deines Unternehmens. Das ist der erste wichtige Schritt, es aufzubauen. Das Universum ist vor allem ein mentales Konzept mit visuellen Hinweisen, die nur dein inneres Auge sehen kann.

Ein Universum ähnelt einer Vision, ist aber anders, weil du ein Universum ab dem nullten Tag deines Unternehmens aufbauen kannst. Eine Vision ist etwas, nach dem du dich sehnst. Eine Vision ist vergleichbar mit einer Reihe von langfristigen Zielen, also eher immateriell und komplex, weil es so viel beinhaltet.

Das Universum ist das, was du dir vorstellst, du aber noch nicht ausgedrückt hast und es auch nicht tun wirst. Am Anfang wirst du dein Universum nicht verbildlichen oder in seiner Gänze zu Papier bringen. Halte ein paar Ideen fest, wie dein Universum aussehen soll, wie du es haben willst und in welcher Form du dort erscheinen willst. Aber zeichne nie das gesamte Bild, sodass du nicht in der Detailversessenheit endest. In diesem Kaninchenloch wirst du nur verloren gehen und den Überblick über das Gesamtbild verlieren.

Du bist wahrscheinlich überrascht, einen so abstrakten ersten Schritt für dein Geschäft zu lesen. Das verstehe ich. Du bist eher gewöhnt an das, was Forbes beispielsweise in diesen sieben Schritten umreißt:

  1. Bestimm’ dein Angebot (Produkt/Service) und die Nachfrage im Markt
  2. Bestimm’ die Preise für dein Angebot
  3. Bestimm’, wie lange es bis zum ersten Verkauf dauern wird
  4. Bestimm’ wie du dich von anderen unterscheidest
  5. Bestimm’ wie du im Marketing auftrittst
  6. Lern’, zu verkaufen
  7. Lern’ die erforderlichen Schritte, um dein Projekt zu beenden

Der Ansatz ist überhaupt nicht falsch. Es ist sehr praktisch und auf den Markt gerichtet. Allerdings finde ich ihn uninspiriert, weil er mehr einer mathematischen Rechnung gleicht. Ich vermisse den Geist hinter der Unternehmung, als ich die Schritte las.

Fang’ deshalb mit dem Universum deines eigenen Unternehmens an. Obwohl es wichtig ist, ein Geschäft zu beginnen, finde ich es gleichermaßen hilfreich, den tieferen Grund zu kennen, warum du ein Geschäft aufbauen willst. Aus einem guten Grund viel zitiert ist in diesem Bereich Simon Sinek. Er erklärt das Konzept, mit dem „Warum“ zu beginnen. Bevor du weiter liest, empfehle ich dir, die 18 Minuten deiner Lebenszeit mit ihm zu verbringen, denn er hat dir Wichtiges zu sagen.

Hat’s dir gefallen? Mir auch. Auch wenn es recht alt ist (von 2009) finde ich es zeitlos und auch heute noch passend.

Warum ein neues Geschäft gründen: Zwei Beispiele aus der Praxis

Angelehnt an Sinek möchte ich zwei Beispiele nennen, warum du ein neues Geschäft gründen möchtest. Wenn du Schwierigkeiten hast, mit „deinem Ding“ weiterzumachen (was öfter passiert, als du willst), liest du dein „Warum“ und kehrst damit zurück in deine ursprünglichen Gedanken und auch in dein Business-Universum wie schon erwähnt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich in Geschäften, die ich nicht besaß, aber ein Teil davon war (auf die eine oder andere Weise), ich nicht genug Autorität oder Anteile im und am Unternehmen hatte.

Beispiel 1: Ein freiberufliches Bündnis, das fehlschlug

In einer Unternehmung (um 2011) war ich Teil eines Bündnisses von Freiberuflern, die unter einer Marke arbeiteten. Obwohl ich offiziell für Texte und Kundendienst zuständig war, half ich, interne Prozesse zu standardisieren und Workflows zu erstellen. Ich habe auch ein neues System für das Geschäft eingeführt, das der CEO gut anwenden konnte. Nach 6 Monaten harter Arbeit schlug ich vor, meinen eigenen Bereich im Geschäft zu haben, für den ich allein verantwortlich sein würde. Der CEO blockte ab und ich ging. Obwohl wir keine formale Hierarchie im Team hatten (zu Spitzenzeiten waren wir 7), haben wir nicht auf Augenhöhe gearbeitet. Der de-facto-CEO gab den Ton an und hatte das letzte Wort. Nach dieser Erfahrung wusste ich, dass es niemals mehr jemanden geben sollte, der über mich bestimmen würde.

Stand heute gibt es keinen Kontakt mehr zum CEO. Das ist traurig, da ich seine Kunst als Designer immer bewundert habe und davon geträumt hatte, mit ihm zusammenzuarbeiten. Mein Traum traf auf die Realität und ich lernte, wie es wirklich ist.

Beispiel 2: Ein romantisches Bündnis, das fehlgeschlug

In einer anderen Unternehmung (2013–2016) begann ich als „Vollzeit-Freiwilliger“, weil ich das Projekt abgöttisch liebte und all meine Mühe und Ressourcen reinstecken wollte. Es gab auch einen romantische Aspekt bezüglich der Gründerin, der anfänglich half, aber schließlich Dinge kompliziert machte. Ich baute die Webseite auf, schrieb viele Texte, entwarf Grafiken, machte Fotos, nahm Videos auf, schuf Bildungsvideos über 11 Länder und initiierte Gespräche per E-Mail und Social-Media-Marketing.

In Bezug auf die digitale Produktion und Soziales im Web war ich der Ansprechpartner. Dennoch wurde ich nicht bezahlt (zumindest nicht im klassischen Sinne). Das war auch mein Wunsch, weil ich mich freiwillig gemeldet hatte. Nach ein bisschen ein Drama mit einem früheren Mitgründer (als wir drei im Team waren) und seinem Ausstieg übernahm ich seine Position. Obwohl ich formell immer noch das „dritte Rad am Wagen“ war (eigentlich aber dafür sorgte, dass das Projekt nach außen hin problemlos weiterlief), wuchsen meine Bestrebungen und Erwartungen, den Mitgründer zu ersetzen. Es war nur logisch für mich, die Lücke zu schließen (besonders wenn man bedenkt, dass ich wohl am härtesten im Team arbeitete). Die Gründerin widersprach und ich fühlte mich so, als wäre mir der Boden unter meinen Füßen entzogen worden. Das fehlende Vertrauen in mich (als potenziellen Mitgründer) und in die Beziehung im Allgemeinen, sowohl auf der geschäftlichen als auch auf der persönlichen Ebene, führte dazu, dass sich unsere Wege trennten.

Mit dem heutigen Stand gibt es keinen Kontakt mehr zur Gründerin.

Dein eigener Sandkasten, um die Regeln zu machen

Wenn du in der Vergangenheit erlebt hast, dass dir für dein Universum nicht genügend oder gar kein Raum gegeben wurde, weil dein Chef es in seinem Unternehmen nicht zuließ oder dein Geschäftspartner es nicht erlaubte, gibt es nur eine Lösung: Mach’ dein Geschäft und füll es aus mit deinem Universum.

Probier’ direkt am Montag aus, was du hier lernst und schreib’ mir , ob und wie es dir geholfen hat!

Nächste Lektion: am Sonntag, 16. Juli 2017

Zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2017


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